Special #1: Leben mit psychischer Erkrankung

03.08.2017

Einführung in das Special #1

Brechen wir uns ein Bein oder haben wir Grippe, dann ist für alle klar: wir sind krank bzw. wir haben eine Verletzung. Man sieht den Gips und die Gehhilfe und niemand hinterfragt, warum dieser Mensch nicht zur Arbeit gehen kann. Oder wenn der Kollege auf der Arbeit stark hustet, total erschöpft ist, seine Augen glänzen und der Kopf glüht, dann empfehlen wir ihm nach Hause und sofort ins Bett zu gehen. Ist ja klar, so kann niemand Leistung erbringen. Was ist aber, wenn die Erkrankung nicht sichtbar ist? Wenn körperlich keine Symptome erkennbar sind? Wenn die Seele krank ist?

Bild: Symbolbild, Quelle: http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Erkrankungen/Psychische_Stoerungen/News/20425.php

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erleidet weltweit jeder vierte Arztbesucher in seinem Leben einmal eine psychische Störung. Nach einiger Zeit klingen die Meisten aber mit oder ohne Behandlung wieder ab. Doch was ist überhaupt eine psychische Störung? Sind wir nicht alle mal traurig und es geht uns psychisch schlecht? Natürlich. Um keinen Mist zu erzählen, habe ich kurz Wikipedia nach der richtigen Definition gefragt und zusammengefasst folgende Antwort bekommen: *Eine psychische Störung ist eine krankhafte Beeinträchtigung der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Verhaltens oder der sozialen Beziehungen."

Es geht hier aber jetzt nicht darum, euch mit trockener Theorie zu langweilen. Im Gegenteil! Im Tabu-Schrank geht es ja darum, gesellschaftliche Tabus zu thematisieren bzw. meine Gedanken dazu mit euch zu teilen. In nächster Zeit werde ich mich aber weniger meinen eigenen Gedanken widmen. Ich habe ein kleines Projekt gestartet zum Thema "Leben mit psychischer Erkrankung". Das wird ein "Special" aus mehreren Blogeinträgen werden.

Ich werde pro Eintrag eine bis zwei psychische Störungen/Erkrankungen thematisieren und dazu Menschen befragen, die mit der entsprechenden Diagnose leben. Es geht nicht darum, die Krankheit an sich zu beschreiben. Viel mehr möchte ich erfahren und mit euch teilen, wie es ist mit der Krankheit zu leben, welche positiven und negativen Erfahrungen die Leute mit ihren Mitmenschen machen und mit was für Vorurteilen und Mythen die Leute leben. Ich finde es immer spannend, wenn Menschen aus ihrem Leben erzählen. Solche "Specials" möchte ich in Zukunft auch zu anderen Themen machen.

Die befragten Menschen bleiben immer anonym.

Nun wünsche ich euch viel Freude am Special #1! :-)


Herzlich, Alinee